Friesoythe, 19.08.2026

Die Stadtratsfraktion SPD/Bündnis 90/Die Grünen hat in der letzten Sitzung des Ausschusses für Planung, Umwelt und Klimaschutz deutlich gemacht, dass sie es nicht akzeptiert, wenn ausgerechnet die dörflich geprägten Teile unserer Kommune ganz oder teilweise von den Möglichkeiten des Bau-Turbo ausgeschlossen werden.
„Die in der Verwaltungsvorlage vertretene Auffassung, dass Außenbereiche und damit besonders unsere kleinen Dörfer den Bau-Turbo nicht anwenden sollen, ist für unsere Fraktion nicht akzeptabel“, erklärte Fraktionsmitglied Jürgen Hespe.
„Wir sind außerdem nicht damit einverstanden, dass in Ortsteilen wie Markhausen und Gehlenberg durch ein imaginäres Dichtekonzept die Anwendung des Bau-Turbos eingeschränkt werden soll“, ergänzte Renate Geuter. „Gerade in den dörflich geprägten Ortschaften Friesoythes müssen alle Möglichkeiten einer verantwortungsvollen baulichen Entwicklung offenbleiben und sorgfältig geprüft werden“, erklärten die Fraktionsmitglieder.
Wir haben in den letzten Jahren wiederholt feststellen müssen, dass die bisherigen bauplanerischen Instrumente in vielen Fällen keine Entwicklung mehr ermöglichen. Gerade in kleineren Dörfern ist Bauleitplanung mit erheblichen rechtlichen, planerischen, wirtschaftlichen und zeitlichen Hürden verbunden.
Wir wissen, dass auch die Anwendung des Bau-Turbos an vielen Stellen an Grenzen stoßen wird. Wird dieses Instrument jedoch von vornherein pauschal ausgeschlossen, gehen selbst kleinste Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Dörfer verloren.


„Es geht dabei nicht nur um neue Bauplätze, sondern um die Zukunft unserer Ortschaften und den Erhalt lebendiger Dorfgemeinschaften. Junge Menschen müssen in ihren Heimatorten bleiben oder dorthin zurückkehren können. Ohne Wohn- und Entwicklungsmöglichkeiten wächst die Gefahr, dass junge Familien abwandern und die Dörfer langfristig weiter Einwohnerinnen und Einwohner verlieren“, ergänzt Jürgen Hespe.
Auch der Landkreis Cloppenburg sieht darin eine demografische Herausforderung. Die zunehmende Überalterung kann die Dörfer in den kommenden Jahrzehnten spürbar belasten. Ohne frühzeitiges Gegensteuern drohen langfristige Folgen für das soziale Leben, die Infrastruktur und den Zusammenhalt vor Ort.
Für die Fraktion SPD/Bündnis 90/Die Grünen ist daher klar: Kein Ortsteil der Stadt Friesoythe darf ganz oder teilweise von der Anwendung des Bau-Turbos ausgeschlossen werden. Statt einzelne Bereiche vorschnell auszunehmen, müssen alle rechtlich möglichen Instrumente und Optionen für neue Baumöglichkeiten geprüft werden. Eine geordnete und nachhaltige städtebauliche Entwicklung muss dabei selbstverständlich gewährleistet bleiben.
„Wir wissen, dass der Bau-Turbo nicht in jedem Fall Wohnbebauung in den Dörfern ermöglichen wird. Dennoch wollen wir dieses Instrument in allen Ortsteilen nutzen können, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind“ macht Melanie Buhr deutlich.


„Einem Vorschlag, der einzelne Ortschaften oder Dörfer ganz oder teilweise vom Anwendungsbereich des Bau-Turbos ausschließt, werden wir nicht zustimmen. Aus unserer Sicht müssen alle Möglichkeiten geprüft werden, die eine maßvolle bauliche Entwicklung ermöglichen und damit zum Erhalt unserer Dörfer und ihrer Gemeinschaften beitragen, erklärten die Fraktionsmitglieder.
„Wir werden unsere Überzeugung auch in der interfraktionellen Sitzung vertreten und hoffen dabei auf Unterstützung von CDU/FDP Ratsmitgliedern für dieses Anliegen“ so Renate Geuter.