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Pressemitteilung: Ausbau eines LoRaWan Netzes in Friesoythe bietet viele Einsatzmöglicheiten, z.B. für „intelligente Mülleimer“

„LoRaWan ist ein kostengünstiger, energiesparender und reichweitenstarker Funkstandard, der sich durch hohe Reichweiten, die zwischen 1 km und 40 km liegen, auszeichnet. Seine Übertragungsraten sind im Vergleich zu WLAN sehr gering, daher ist dieser Funkstandard nicht geeignet für datenintensive Anwendungen“, erläutert Eike Baran. LoRaWan ermöglicht aber hohe Netzabdeckungen mit wenig Geräteeinsatz und ist somit eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Kommunikationsnetzen. „Durch die Einbindung vieler möglicher Sensoren bieten sich damit gerade in einer Flächenkommune wie Friesoythe neue wichtige Nutzungsmöglichkeiten“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Die Fraktion SPD/Bündnis 90/die Grünen hat daher den Antrag gestellt, die Verwaltung zu beauftragen, schrittweise im Stadtkern und in den Ortsteilen ein offenes LoRaWanNetz aufzubauen, das sowohl für städtische Dienstleistungen aber auch von Unternehmen, Vereinen, Schulen und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden kann.

Als Startprojekt für den Einsatz dieser Technik schlägt die SPD/Grünen Fraktion im Rahmen des öffentlichen Abfallbehältermanagements den Einsatz von Füllstandsensoren vor. „Füllstandsensoren geben ein Signal, wenn sich die Füllhöhe des Abfalleimers einem kritischen Punkt nähert, eine Leerung kann dann zeitnah eingeplant werden. Es kommt immer wieder vor, dass Abfallbehälter unvorhergesehen schnell voll werden, die städtischen Mitarbeiter können dann konkret auf die Signale der Füllstandsmessung reagieren und sparen sich überflüssige Fahrten zur Überprüfung der Abfalleimer“, so Renate Geuter.

Der Kreistag des Landkreises Cloppenburg hat beschlossen, die Zähler aller relevanten Liegenschaften des Landkreises ebenfalls über LoRaWan fernauszulesen unter anderem als Grundlage für die Umsetzung des Energiemanagementsystems. „Auch die Stadt Friesoythe könnte für die Erstellung ihres Energiemanagementsystems auf diese Technik zurückgreifen und mögliche Synergieeffekte nutzen“ schlug Wilfried Thunert vor.

„Eine über das Stadtgebiet Friesoythe ausgebreitete LoRaWan-Netzinfrastruktur bringt einen Mehrwert nicht nur für städtische Dienstleistungen (wie beschrieben), sie kann auch kostenlos von Unternehmen, Vereinen, Schulen und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden“, erläuterte Eike Baran.

Jusos schlagen Freifunk vor

logo-1In einem Brief an die Stadtverwaltung und die Ratsmitglieder der Stadt Friesoythe greifen die Jusos Friesoythe die Forderung der Jungen Union nach WLAN-Hotspots für die Innenstadt auf. „Grundsätzlich finden wir die Idee gut und würden uns ebenfalls über kostenlos nutzbaresWLAN in Friesoythe freuen“, lobt Franziska Preuth die Initiative der Jungen Union, „aber wir sind der Meinung, dass 6 Hotspots dafür nicht unbedingt die beste Möglichkeit sind. Es gibt Alternativen die man nicht zu schnell aus den Augen verlieren sollte“.

Die Jusos Friesoythe verweisen in diesem Zusammenhang auf die deutschlandweit aktive Freifunk-Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, jedem Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, wirtschaftlicher Stärke oder sonstigen Merkmalen ein freies Netz mit Internetzugang zu bieten. „Dieses Netz wird vom Bürger selbst aufgebaut und verwaltet; nutzen kann es jeder, mithelfen auch.“, erklärt Eike Baran der vor einigen Jahren den gemeinnützigen Freifunk Nordwest e.V. mitgegründet hat. „Wer bereit ist, einen handelsüblichen 20€-Router mit der vom Freifunk Nordwest entwickelten Software zu bespielen und einen kleinen Teil seiner Internetbandbreite abzugeben, kann ganz unmittelbar in seiner Nachbarschaft für ein freies Netz sorgen.

Dadurch, dass der Verein bei der Bundesnetzagentur als Zugangsanbieter registriert ist und sich die Freifunk-Community mit den rechtlichen Fragen auseinandersetzt, gab es auch mit der Störerhaftung keine Probleme“. Baran weist daraufhin, dass das Netz mit seiner vollständig von Ehrenamtlichen betreut und gewartet wird und deshalb natürlich keine Garantien auf Verfügbarkeit und Geschwindigkeit gegeben werden können. „Es läuft aber sehr gut“, meint Sönke Baumdick, Vorsitzender der Jusos Friesoythe, der den Freifunkrouter im SPD-Büro in der Moorstraße regelmäßig nutzt.

„Toll ist natürlich, dass diese Lösung finanziell bis auf die Anschaffungs- und Stromkosten der kleinen weißen Router vollständig von Spenden und Mitgliedsbeiträgen an den Freifunk-Verein getragen wird und dass durch die Funkverbindungen der Router untereinander schnell große Gebiete vernetzt werden können.“, so Baumdick. Die Jusos verweisen in diesem Zusammenhang auf die Städte Lohne, Ganderkesee und Wittmund, die in den vergangenen Monaten Freifunk genutzt haben, um ihre Innenstädte mit freiem Internet zu versorgen. Franziska Preuth meint: „Gut finde ich auch, dass man sich nicht erst irgendwo registrieren muss oder nach 30min Schluss ist – das kann ganz schön nerven.“

Die Jusos sind sich einig, dass ein Freifunk-Versuch in Friesoythe durchaus gute Chancen hätte. Warum soll in Friesoythe nicht klappen, was in anderen Städten auch funktioniert?

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