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Antrag: Informationen über Grundwassersituation und Wasserentnahme durch den OOWV im Friesoyther Stadtgebiet

Darstellung der mengenmäßigen Grundwassersituation im Stadtgebiet von Friesoythe – insbes. Information über das Genehmigungsverfahren zur Grundwasserförderung durch den OOWV und über weitere genehmigte Wasserentnahmen im Stadtgebiet von Friesoythe

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

die Grundwasserstände in der Region lagen – bedingt durch die unterdurchschnittlich geringen Niederschlagsmengen der letzten 10 Jahre – schon Anfang des Jahres 2018 auf einem sehr niedrigen Niveau, das hat sich im Laufe der darauffolgenden Monate noch verstärkt, so dass zum Teil historische Tiefstände erreicht worden sind. Darauf haben neben dem NLWKN und dem LBEG auch die örtlichen Behörden hingewiesen. Gleichzeitig war die Nachfrage nach Trinkwasser in den Jahren 2018/2019- so die Information des OOWV – auf Rekordhöhe. In einem trockenen Jahr mit extremen Grundwasserabsenkungen ist dann eine ausreichende Anpassung der Pflanzen an die Trockenheit nicht mehr möglich.

Für die Zukunft werden der Klimawandel und das Wachstum in der Region die Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung verstärken. 

Im Umfeld der Wasserwerke Holdorf und Großenkneten (z.B. Baumweg) gibt es angesichts der Veränderungen der Grundwasserstände umfassende Informationen und Diskussionen in  der Öffentlichkeit und in den kommunalen Gremien. 

Der OOWV als Betreiber des Wasserwerks Thülsfelde (Anlage mit der höchsten Fördermenge) hat mit Datum vom 05.07.2016 einen neuen Antrag auf Erteilung einer Bewilligung zur Entnahme von Grundwasser erstellt. Mit Datum vom 02.07.2020 hat der Landkreis Cloppenburg auf diesen Antrag und dessen Auslegung (während der Sommerferien vom 13.07. bis zum 12.08.2020) verwiesen. Aus Sicht der SPD-Fraktion reicht dieser Hinweis nicht aus, um die Bürgerinnen und Bürger über diesen neuen Antrag und dessen 

mögliche Folgewirkungen zu informieren, da auch die in den beigefügten Gutachten und Unterlagen  enthaltenen Informationen eher Expertenwissen voraussetzen.

Die SPD-Fraktion beantragt daher,

auf einer der nächsten Sitzungen des zuständigen Fachausschusses über den Inhalt des beim Landkreis Cloppenburg vorliegenden Antrages des OOWV zur Fortsetzung der Wasserentnahme beim Wasserwerk Thülsfelde in der bisherigen Höhe zu informieren oder informieren zu lassen.

Ebenfalls ist über den Umfang der weiteren genehmigten Wasserentnahmen (und deren Entwicklung in den letzten Jahren) im Stadtgebiet von Friesoythe zu informieren.

Begründung:

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz müssen Grundwasserkörper so bewirtschaftet werden, dass die Nachhaltigkeit gesichert ist. Bei allen Maßnahmen, die das Grundwasser berühren, muss bedacht werden, dass der Grundwasserschatz begrenzt ist.

Bevor die damalige Genehmigung zur Entnahme von Grundwasser für den OOWV aus dem Jahre 1986 – ohne Einschränkungen bei der Entnahmemenge – erneuert wird, ist es aus Sicht der SPD-Fraktion unabdingbar, konkret zu überprüfen und zu begründen, wie sich diese mehr als 30 Jahre lange Wasserentnahme auf die Grundwasserstände in der Region ausgewirkt hat. Gleichzeitig bedarf es einer Erläuterung, in welcher Form der neue Antrag und damit auch eine neue Genehmigung die beschriebenen Einflüsse u.a. des Klimawandels auf die Grundwassersituation berücksichtigt.

Da der größte Anteil der bisher 40 Förderbrunnen für das Wasserwerk Thülsfelde sich im Stadtgebiet von Friesoythe befinden, ist ebenfalls zu erläutern, ob und in welchem Umfang sich dort Veränderungen ergeben, auch im Hinblick auf die auszuweisenden Wasserschutzgebiete. Dazu gehören auch Informationen darüber, in welchem Umfang seit der Antragstellung 2016 Flächenkäufe erfolgt bzw. sie noch erforderlich sind, um den Schutz des Grundwassers (Grundwaserqualität) sicherzustellen. Selbstverständlich gehört dazu auch die Information, welche Auswirkungen der jahrzehntelangen Wasserentnahme auf die landwirtschaftlichen Erträge aber auch auf die Forstwirtschaft (viele Förderbrunnen befinden sich auf Gebieten der Landesforsten o.ä.) zu verzeichnen sind. 

Das Umweltbundesamt und das Nds. Umweltministerium haben vor wenigen Wochen darauf hingewiesen, dass sich in Zukunft mehr Nutzer um die Ressource Wasser streiten werden und insoweit die Wasserversorgung vor hohen Herausforderungen steht. Auch in unserer Region ist festzustellen, dass die Anträge auf Wasserentnahmen für Gewerbe und Landwirtschaft aus den beschriebenen Gründen deutlich gestiegen sind. Auch über diese Entnahmegenehmigungen (Umfang, Datum der Erlaubniserteilung, mögliche Befristungen) auf dem Gebiet der Stadt Friesoythe ist zu informieren. 

Ein umfassendes Wassermanagement sei erforderlich, um die Vorgabe der nachhaltigen Wassernutzung auch zukünftig einhalten zu können, erklärten die zuständigen Behörden. Damit für die nächsten Jahre geplante Maßnahmen des Wassermanagements nicht ist Leere laufen, weil alle Genehmigungen über Jahre erteilt sind, bitten wir ebenfalls um Information, welche Schritte eingeleitet werden, um sicherzustellen, dass auch nach einer möglichen Genehmigung von Wasserentnahmen notwendige Vorgaben (z.B. Schaffung von Infrastrukturen zur Wasserrückhaltung, zur Brauchwassernutzung etc.) auch zeitnah umgesetzt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Geuter, Fraktionsvorsitzende 

Pressemitteilung: Ansiedlungen am c-Port – SPD Fraktion verschafft sich umfassende Informationen

Im Zusammenhang mit der Ansiedlung der Industriebetriebe revis bioenergy und kaskum im c-port am Küstenkanal, haben die Mitglieder der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Friesoythe die vergangenen Wochen genutzt, um sich noch umfassender über die Betriebe und die Sachstände ihrer Ansiedlungsvorhaben zu informieren. Insbesondere war es den Mitgliedern ein Anliegen, den im Vorfeld von Bürgerinnen und Bürgern geäußerten Sorgen im Zusammenhang mit den Ansiedlungen auf den Grund zu gehen.

Neben den bereits vor einigen Wochen gestellten zusätzlichen schriftlichen Anfragen von Renate Geuter besuchten fünf Fraktionsmitglieder als Teil einer Gruppe von elf Kommunalpolitikern des Kreisgebiets die revis-Anlage in Dülmen. Schon während der letzten Meter der Anfahrt waren die Fraktionsmitglieder insbesondere von der Nähe der Anlage, die als „kleine Schwester“ der am c-port geplanten Anlage gilt, zu einem Dülmener Wohngebiet überrascht. „Die Anlage, ist nur etwa 700m von vielen Wohnhäusern entfernt. Geruchsbelästigung in der Umgebung oder gar „erbärmlichen Gestank“ konnten wir in der Umgebung nicht wahrnehmen. Auf dem Anlagengelände roch es gelegentlich schwach nach dem modrig feuchten Holz des Biofilters der permanent laufenden Lüftungsanlage der Anlieferungshalle.“ stellt Hubert Schrand fest.Während einer etwa zweieinhalbstündigen Führung und Präsentation auf dem Anlagengelände erklärte Simon Detscher, Geschäftsführer von revis bioenergy die einzelnen technischen Komponenten, Prozessschritte und Sicherheitsvorkehrungen der Dülmener Anlage. „Während der Gespräche ist noch einmal deutlich geworden, dass sich revis sehr um eine umfassende Information der Öffentlichkeit bemüht.“ stellt Heike de Buhr fest und Dennis Löschen ergänzt: „Die an diesem Tag nachgelieferten Antworten auf die Fragen zum Einfluss der Einleitung auf den Pegel der Sagter Ems zeigen, dass  die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden. Der nun neugestaltete Internetauftritt der Firma gruene-kraftstoffe-kuestenkanal.de hilft in der Debatte die Wassermengen und vermeintlichen Hochwassergefahren einzuordnen.“

Um einen kritischen Blick auf die Unternehmung der Firma kaskum zu werfen, nahmen Renate Geuter und Eike Baran zudem Einsicht in die Einleitungserlaubnis der Firma kaskum. „Wir haben die am 13.12.2018 beantragte Erlaubnis genau studiert, um zu prüfen, ob neben der hierfür erfolgten Beteiligung der betroffenen Kommunen insbesondere die Vorgaben und Auflagen zur Einleitung ordnungsgemäß und streng genug gesetzt sind. Wir hatten zwar das Vertrauen in die untere Wasserbehörde, wollten uns aber dennoch vergewissern.“ begründet Renate Geuter die Einsichtnahme in die öffentlich ausliegende Erlaubnis, die zwar seit einigen Wochen jedem Bürger möglich ist, bisher außer den SPD-Vertretern lediglich von zwei Ratsmitgliedern aus dem Saterland vorgenommen wurde. Die Einleiterlaubnis enthalte einen ganzen Katalog an vorgeschriebenen Kontrollen, Havarie-Maßnahmen und einzuhaltenden Grenzwerten, z.B. für Sauerstoffgehalt, Mineralien, Eisen, Nährstoffe, CSB, Wassertemperaturen zu verschiedenen Jahreszeiten, Antibiotika-Rückstände, des pH-Werts usw. „Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Kontrollen regelmäßig und nicht nur täglich und wöchentlich in Eigenregie sondern zusätzlich auch 24 Mal pro Jahr durch ein externes Labor durchgeführt werden. Dieses Labor wird von der unteren Wasserbehörde und nicht von kaskum selbst beauftragt – ein Interessenkonflikt oder „Gefälligkeitsgutachten“ ist damit ausgeschlossen.“, urteilt Eike Baran. „Und es finden sich in der Erlaubnis viele Hinweise auf die Konsequenzen, die dem Anlagenbetreiber bei Beanstandungen in Folge der Kontrollen drohen. Diese reichen von verstärkten Beprobungen über jederzeit zu reduzierenden Einleitmengen bis zur ’sofortigen Einstellung der Einleitung‘.“ fügt Renate Geuter hinzu und stellt für die Fraktion fest: „Wir gehen davon aus, dass auch für die revis-Anlage eine vergleichbar strenge Einleiterlaubnis dafür sorgen wird, dass die Sagter Ems keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung ihres Zustandes im Sinne des § 27 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) erfährt.“ 

„Die Anlagen von revis bioenergy und kaskum werden die Probleme, die wir im Landkreis wegen zu großer Viehbestände haben, nicht lösen können. Hier benötigen wir langfristig planbare Veränderungen im Bereich der Nutztierhaltung und eine Verringerung der derzeitigen Bestandsdichte in der Region. Um aber kurz- und mittelfristig die Effekte abzumildern und gleichzeitig mit negativer CO2-Bilanz innovative Energieträger und Industriestoffe zu erzeugen, könnte sie ein Erfolgsmodell werden.“ resümieren die Fraktionsmitglieder. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung sieht als Teil seines Maßnahmenprogramms 2030 ausdrücklich eine deutlich stärkere energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und landwirtschaftlicher Reststoffe in Biogasanlagen vor. Auch bei geringereren Tierzahlen in der Region kann daher mit den geplanten Anlagen ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in der Landwirtschaft geleistet werden.

Antrag der SPD-Fraktion: Prüfauftrag Dachbegrünung für die neu zu errichtende Haltestelle in Friesoythe am Hansaplatz (ZOB)

Im Zuge der Umgestaltung der Kirchstraße im Rahmen der Innenstadtsanierung Friesoythe ist  auch der ZOB Hansaplatz umzugestalten. Die Haltestelle ist zu verändern, damit für die Zukunft ausreichend Platz für die Busse und die Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs vorhanden ist. Diese Neugestaltung hat auch eine Neuerrichtung von Buswartehäuschen zur Folge.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Friesoythe hatte am 28.08.2019 beantragt, im Zuge der Erneuerung von Buswartehäuschen zu prüfen, „inwieweit sich die Dachflächen von Haltestellen für eine insektenfreundliche und extensive Begrünung nutzbar machen lassen und damit möglichst umweltfreundlich gestaltet werden können.“

Unser Antrag bezog sich ausdrücklich nicht auf bestehende Buswartestellen sondern auf die Fälle, wo Buswartehäuschen vollkommen neu errichtet werden.

Aus diesem Grund erneuern und konkretisieren wir unser damaliges Anliegen und stellen den Antrag:

Im Zuge der Umgestaltung und Neuerrichtung der Buswartehäuschen am ZOB Hansaplatz wird die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, inwieweit sich die Dachflächen der neu zu errichtenden Buswartehäuschen für eine insektenfreundliche und extensive Begrünung nutzbar machen lassen und damit möglichst umweltfreundlich gestaltet werden können.

Der neu zu errichtende ZOB am Hansaplatz (als eine der zentralen Haltestellen im Nahverkehrskonzept des Landkreises Cloppenburg ) wird nach unserer Einschätzung eine Größenordnung haben, bei der es Sinn macht, die Realisierung des Anliegens der Dachbegrünung zu prüfen.

Prüfauftrag Dachbegrünung für neu zu erstellende Bushaltestellen im Stadtgebiet von Friesoythe

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Friesoythe stellt folgenden Antrag:

In der Stadt Friesoythe werden regelmäßig Bushaltestellen erneuert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst, aktuell u.a. im Zuge der Innenstadtsanierung und von Umbaumaßnahmen an Schulen. Im Zuge dieser Erneuerung ist zu prüfen, inwieweit sich die Dachflächen von Haltestellen für eine insektenfreundliche und extensive Begrünung nutzbar machen lassen und damit möglichst umweltfreundlich gestaltet werden können.

Begründung:
Begrünte Dächer isolieren und sorgen gleichzeitig im Sommer für Kühlung. Sie sind längst als sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität und der Insektenvielfalt anerkannt. Die Stadt Utrecht hat kürzlich ein Beispiel dafür geliefert, wie Bushaltestellen insektenfreundlich errichtet, mit Sedum-Pflanzen bepflanzt werden und sich so positiv auf die Begrünung in der Stadt und auf den Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Insekten auswirken können Die Bepflanzung filtert zudem Feinstaub aus der Luft und speichert Regenwasser, so dass nur selten gegossen werden muss. Auch in Deutschland gibt es schon ähnliche Bestrebungen, so u.a. in Neuss, Münster, Grevenbroich und Herford.

Dieses Konzept kann (nach Prüfung) bei den Bushaltestellen zur Anwendung kommen, die abgängig sind und daher erneuert werden müssen bzw. die aus anderen Gründen neu geschaffen werden.

Es ist ebenfalls zu prüfen, ob bei einer Realisierung eventuell auch Gruppen und Initiativen Patenschaften für die Pflege der einzelnen Mini-Beete übernehmen können.

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